Seminare
Aktuell keine Angebot für Einzelpersonen. Alle Seminare nur auf Anfrage für bereits formierte Gruppen, Firmen, Institute und Kliniken. Gerne stelle ich hierfür ein individuelles Programm für Sie zusammen.
Seminarauswahl
Atmen, Leben, Schreiben
"Schreiben ist wie Atmen und man kann die Qualität von beidem verbessern ." (Julia Cameron)Atmen und Schreiben haben mehr Gemeinsamkeiten, als man auf den ersten Blick annehmen könnte. Beides sind natürliche Vorgänge: Das Atmen ist angeboren; das Schreiben früh erlernt. Es sind Fertigkeiten, die beinahe jeder Mensch besitzt. Luft und Worte stehen dem Menschen an jedem Ort und zu jeder Zeit kostenfrei zur Verfügung. Atmen und Schreiben unterstreichen die Unabhängigkeit des Individuums; zum Atmen und Schreiben bedarf es keiner Vorbereitungen und keiner großen Hilfsmittel. Atmen und Schreiben werden in ihrer Bedeutung und Wirkung maßlos unterschätzt. In diesem Schreibseminar wollen wir versuchen, zu den Wurzeln des Atmens und Schreibens zurück zu finden, diese beiden Fähigkeiten wieder zu nutzen, ihre Natürlichkeit und Kraft erlebbar werden zu lassen. Wir wollen Brust und Geist dehnen und weiten: Luft, Gedanken und Worte fließen lassen und darüber zu einer natürlichen Einheit von Körper und Geist kommen. Durch vielfältige Übungen werden wir das Atmen und das Schreiben miteinander verschränken, Atem- und Schreibrhythmus wecken und beides als "natürliche" Lebensvorgänge verstehen lernen.
LebensTräume
"Der Traum ist der beste Beweis, dass wir nicht so fest in unsere Haut eingeschlossen sind, als es scheint." (Hebbel)Wir wollen die Haut des Alltags abstreifen oder mindestens weiten und versuchen, unseren Traumbildern eine Sprache zu geben, sie kommunizierbar zu machen. Träume eröffnen Räume, die zu begehen der Mensch sich am Tag zuweilen nicht gestattet. Träume verbinden das Bewusstsein mit dem Unbewussten und können zu Einsichten und Einheit verhelfen. Begeben Sie sich auf Entdeckungs- und Sprachreise ins Reich der Träume. Treten Sie in Kontakt mit sich, Ihren Erinnerungen, Sehnsüchten und Wünschen, und entdecken Sie schreibend, wer Sie waren, wer Sie sind und wer Sie sein können. Nehmen Sie Verbindung auf zu dem weisen Begleiter Ihrer Selbst, Ihrer Intuition und der ihr innewohnenden Kraft und Magie. Freud waren die Träume wichtig genug selbst täglich ein Traumtagebuch zu führen. Nehmen Sie das, was Ihnen Ihre Träume als Botschaft vermitteln ernst und betreten Sie die spannende Welt Ihres Unbewussten.
Im Reich der Sinne
"Jeder Mensch ist ein sinnliches Wesen."Sinn und Sinnlichkeit sind nicht nur dem Wortstamm nach verwandt, sondern auch kontextuell, in dem Sinn, dass die Sinnlichkeit einer Kultur der Sinne bedarf, wie der Lebenssinn der Sinnlichkeit bedarf. Sinnlichkeit, Genuss und Ästhetik sind einander verbunden und verpflichtet. Begeben Sie sich auf Entdeckungs- und Sprachreise ins Reich der Sinne. Freuen Sie sich auf spannende, sinnliche und sinnvolle Erlebnisse und Augenblicke. Begeben Sie sich neugierig, spielerisch und sprachlich auf die Reise und Suche und entdecken Sie Ihre Sinne und Ihre Sinnlichkeit. Finden Sie Ihren Rhythmus und Ihre Einheit, spüren Sie den Gleichklang Ihres Herzschlages und Ihrer Atemzüge, die Perfektion, mit der Ihre Hand den Stift über das Papier gleiten lässt. In Ihnen steckt mehr, als Sie ahnen. Lassen Sie sich überraschen, vom Leben und von sich, lassen Sie uns gemeinsam ein Stück des Weges gehen, lassen Sie sich auf ein Abenteuer ein, lassen Sie uns Staunen wie die Kinder, und lassen Sie uns Fragen stellen, närrisch und lebendig. Lassen Sie uns den Blick weiten, die Ohren aufstellen und mit den Fingerkuppen über das Gras streichen. Freuen Sie sich auf zahlreiche Schreibaugenblicke, verbunden mit Achtsamkeits-übungen und Imaginationsreisen. Die herrliche Natur des Odenwaldes lädt dazu ein, die Sinne neu zu beleben. Hügel, Bäume, Blumen, Bäche, Wind und Vögel, alles erfahrbar, begreifbar und benennbar. Setzen Sie sich gedanklich und körperlich in Bewegung. Nehmen Sie sich eine Auszeit und die Freiheit, sich spielerisch mit der Sprache und Ihren Sinnen zu beschäftigen. Schenken Sie dem Genuss- und Sinnenmensch in sich intensive Augenblicke.
(Auto-)Biographisches
"Schreibendes Denken ist ein Gespräch der Seele mit sich selbst." (Marc Aurel)Da der Jahreswechsel für viele Menschen immer auch eine Zeit des Rückblicks und der Vorschau ist, möchte ich gleich zu Jahresbeginn ein Seminar anbieten, das den Raum und die Möglichkeit zur Reflexion eröffnet. Die Frage "Wer bin ich" ist eng verbunden mit den beiden Fragen "Wo komme ich her?" und "Was sind meine Wurzeln." Diesen Wurzeln, diesem "Ich der Vergangenheit", das in jedem von uns in der Gegenwart und Zukunft fortwirkt, das seine Spuren in unsere Leiber und Seelen eingraviert, wollen wir in diesem Eröffnungsseminar des Jahres 2008 nachspüren. Viele Erinnerungen, gerade auch Erinnerungen leiblicher Natur, scheinen auf den ersten Blick nicht immer zugänglich, doch sie lassen sich dem Leib "ablauschen", kommen in Körperhaltungen und Bewegungen zum Ausdruck, sind im auditiven und visuellen Gedächtnis gespeichert und lassen sich durch Musik erwecken oder durch Malen zum Ausdruck bringen. Schreiben bietet die Möglichkeit, die eigene Lebensgeschichte zu verstehen und so umzuschreiben, dass sie sich mit der aktuellen Lebenserfahrung stimmig zu einem akzeptablen Lebensroman fügt, der persönliche Kontinuität und ein Gefühl der Identität ermöglicht. Spielerisch, musikalisch, malend und in Bewegung wollen wir uns auf die Spuren unseres gestrigen, heutigen und zukünftigen Selbst begeben, und schreibend und gestaltend das Kind in uns wecken und versuchen es zu begreifen. Durch Integration zahlreicher verloren geglaubter Erinnerungen soll der Versuch unternommen werden, zu einer neuen Ganzheit zu gelangen.
Mut zum Anfang
"Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende." (Demokrit)Wir brauchen nur den Mut anzufangen, dann wird das Glück folgen. So sah es Demokrit, so wollen wir es sehen. Da Schreiben immer zugleich auch Handlung ist, und jedes Schreiben einen Anfang hat, wollen wir das Schreiben an den Anfang setzen. Das Schreiben als der erste mutige Schritt. Mit dem Schreiben machen wir einen Anfang und können gar nicht anders, als weiter zu gehen. Schon in der Bibel heißt es: Am Anfang war das Wort. Es muss kein großer Anfang sein, es müssen keine Pauken und Trompeten erklingen, sondern wir müssen nur einen winzigen ersten Schritt gehen. Diesen ersten kleinen Schritt wollen wir gemeinsam gehen, schreibend wollen wir ihn gehen. Manchmal sind wir traurig, dass etwas zu Ende ist, oder es fällt uns schwer, jemanden gehen zu lassen. Aber die Binsenweisheit, dass jedem Ende ein Anfang innewohnt und jedes Ende die Chance für einen Anfang bietet, kommt nicht von ungefähr. Diese Chance wollen wir nutzen. Literarisch lassen sich verschiedene Anfänge probeweise gestalten, damit wir sicherer werden, welchen neuen Weg wir einschlagen wollen, und ob dieser Weg begehbar ist. Der neue Weg lässt sich schreibend vorwegnehmen und erkunden. Ein Ende zu gestalten und einen Neuanfang zu wagen, beweist Mut, Flexibilität und Neugier. Nutzen Sie mutig Ihre Neugier. Wagen Sie einen Schreibanfang und schreibend einen Anfang.
Das Motiv der Maske
"Erstaunlich, dass der Mensch nur hinter seiner Maske ganz er selbst ist." Edgar Allan PoeWir alle wünschen uns nichts sehnlicher, als erkannt zu werden und setzen zugleich alles daran, uns so gut wie möglich zu verstecken. Wir sehnen uns danach, dass ein Anderer uns ganz versteht, mehr noch, dass er uns besser versteht, als wir uns selbst verstehen, und uns womöglich die eigene Person erklären kann. Doch aus Angst, jemand könnte in unserer Person Unzulänglichkeiten und Schwächen entdecken, wenig Liebenswertes oder sogar Hassenswertes, spielen wir Rollen. Manchmal bewusst, oft unbewusst. Es kann sich dabei um ganz klassische Rollen handeln, wie die Rolle der Mutter und Ehefrau, des Managers, Arztes, Vaters, oder um weniger explizite Rollen, wie die Rolle der Sanftmütigen, der Verzeihenden, der Sorgenden oder der Großzügigen. Es können auch negative Rollen sein, in die wir rutschen, oder die uns von Außen zugeschrieben werden. Wie die Rolle des Idioten, des Wilden, des Außenseiters, des Mauerblümchens oder der Mimose. Die Rollen können gegenwärtig sein oder aus einer früheren Zeit stammen. Doch wie E. A. Poe sagte, nur hinter diesen Masken sind wir ganz wir selbst. Je länger und intensiver wir uns in Rollen begeben, umso unklarer kann uns werden, wer wir hinter den Masken sind. Genau das wollen wir schreibend herausfinden, wollen uns selbst die Larven vom Gesicht reißen und erkennen, wer sich dahinter verbirgt. Schreibend werden wir den einzelnen Rollen, die wir in unserem Leben innehaben, auf den Leib rücken und für uns klären, ob diese Rollen gut für uns sind, und ob wir sie fortführen wollen. Schreibend wollen wir in neue Rollen schlüpfen und herausfinden, welche uns in Zukunft Spaß machen und welche Masken uns gut zu Gesicht stehen würden, so dass wir uns damit wohl fühlen könnten.
Keine Angst vor Lyrik
"Die Vorstellung, Gedichte seien schwierig, ist weit verbreitet. Tatsache ist, dass Gedichte leichter verständlich sind als Parteiprogramme, Mietverträge oder Gebrauchsanweisungen." (H.M. Enzensberger)Gedichte sind sprachliche Äußerungen in einer speziellen Schreibweise, auffälligstes Merkmal eines Gedichtes ist der Vers, was nichts anderes bedeutet, als dass eine Wendung vom Ende der einen zum Beginn der nächsten Zeile erfolgt. Die Anordnung in Versen ist die einzig allgemein anerkannte Eigenschaft von Gedichten, Reim. Rhythmus und andere Stilmittel, die man aus Gedichten kennt, unterliegen dem zeitlichen Wandel und sind keine zwingende Voraussetzung für die lyrische Form. Gedichte verwenden ungewöhnliche Stilmittel wie Zeilenbruch, experimentieren mit Satzzeichen, Groß- und Kleinschreibung und lassen Mehrdeutigkeiten und Gedankensprünge zu. Neben der Lust an der Sprache, Rhythmus und Melodie ist es vor allem die innere Bereicherung, die den Zauber der Lyrik ausmacht. Lesen und Schreiben von Lyrik ermöglichen ein Eintauchen in die Gefühlswelt des lyrischen Ichs, das ein weiteres Strukturelement eines Gedichtes sein kann. Gedichte schaffen sinnliche Räume, erzeugen Bilder und wecken Emotionen. Sie machen Wind, Regen und Berührung spürbar, erzeugen Farben, Gerüche und Stimmungen. Das Gedicht versucht, mit Worten eine Melodie zu erschaffen. Wir wollen dem lyrischen Ich auf die Spur kommen, eine lyrische Stimme entwickeln und verschiedene Spielarten der Lyrik ausprobieren. Angefangen bei klassischen Formen wie Sonett und Haiku wollen wir uns in die aktuelle Lyrikwelt begeben und verstehen lernen, was ein Gedicht ausmacht. Es werden Experimente gemacht mit der visuellen Form und der sprachlichen Organisation von Lyrik. Zudem nähern wir uns Begriffen wie Metapher, Allegorie, Parallelismus, Chiasmus, Alliteration und Oxymeron. Alles erfolgt auf spielerische und leichte Weise. Denn, nur, wer die Regeln kennt, kann sie brechen. Oder um mit Bertholt Brecht zu sprechen: "Wenn man das Handwerk beherrscht, muss man aufhören, an die Regeln zu denken; man muss eine höhere Stufe der Naivität erreichen."